Der - vielleicht - psychisch kranke Konfliktpartner in der Mediation

"Lieber Mediator, ich höre Stimmen, die sagen mir, ich soll mich nicht einigen". Wir kennen sie alle – die Fälle, in denen nicht nur das Recht oder der Konflikt, sondern auch die Realität eine Auslegungssache zu sein scheint. Ob im Mandatsgespräch oder in der Mediation: Manchmal hat man das Gefühl, dass nicht der Fall schwierig ist – sondern der Mensch, der dahintersteht. Doch bevor wir mit dem Diagnostizieren beginnen: Wir sind keine Therapeuten. Aber wir sind Mediatoren. Und das heißt: Wir reden – viel. Manchmal auch mit Wänden. Oder mit Mandanten, die in diesen Wänden wohnen. Natürlich ist das Thema ernst – psychische Erkrankungen gehören nicht vorgeführt, sondern verstanden. Ein psychisch kranker Mensch ist kein „Problemfall“ – sondern ein Mensch in einer besonders verletzlichen Lebenslage. In der Mediation ist die goldene Regel: Achtsamkeit vor Einigung. Wenn jemand emotional destabilisiert ist, hilft kein Vorschlag, sondern vielleicht ein Pausentee. Der Dialog ist an dieser Stelle wichtiger als der Konsens, der kommt - hoffentlich - irgendwann auch noch.

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