Deine Gedanken wollen nur spielen – Warum wir ständig zum Denken aufgefordert werden, aber kaum zum Nicht-Denken ---
Unsere Sprache ist verräterisch. Sie verrät mehr über uns, als uns manchmal lieb ist. Ist Euch schon einmal aufgefallen, wie selbstverständlich wir einander täglich auffordern: „Mach Dir mal Gedanken, was es heute zum Abendessen gibt.“ „Denk doch mal darüber nach, welches Studium das richtige für Dich ist.“ „Überleg Dir gut, was Du Dir zum Geburtstag wünschst.“ „Denk mal drüber nach, wie das enden könnte.“ Ständig werden wir eingeladen – oder gedrängt –, zu denken. Nachzudenken. Vorauszudenken. Mitdenken. Umdenken. Denken gilt als Tugend. Als Zeichen von Verantwortung. Als Ausdruck von Reife. Aber wann habt Ihr zuletzt jemanden sagen hören: „Denk doch mal weniger.“ „Lass das mal gut sein.“ „Nicht jeder Gedanke braucht Dich.“ Das klingt nicht attraktiv. Nicht produktiv. Nicht leistungsfähig. Wenn wir überhaupt zum Weniger-Denken aufgefordert werden, dann meist in problematischen Zusammenhängen: „Grübel nicht so viel.“ „Du bist zu verkopft.“ „Mach Dir nicht immer so viele Gedanken.“ Weni...