Die Gruppe, die sich selbst erfüllt – oder: Wer denkt hier eigentlich noch nach?
Es gibt diese Momente, in denen man – eigentlich ohne jede Absicht – über etwas stolpert, das einen festhält. Heute war es keine große Nachricht. Kein politischer Skandal, keine Schlagzeile. Es war eine Facebook-Gruppe. Ihr Name: „Dinge, die zum Nachdenken anregen.“ Ich musste schmunzeln. Und blieb hängen. Denn schon der Name ist ein kleines Versprechen. Oder vielleicht sogar mehr: ein Anspruch. Vielleicht sogar eine Einladung. Oder – und das ist die eigentliche Pointe – ein Paradox. Denn wenn eine Gruppe genau das tut, was sie im Namen trägt, dann ist sie ja… fertig. Selbsterfüllt. Abgehakt. Ziel erreicht. Man könnte sagen: Mission completed– wir können schließen. Aber natürlich funktioniert das so nicht. Ist Denken ein knappes Gut? Mich bringen täglich Dinge zum Nachdenken. Ein Gespräch, das schiefgelaufen ist. Ein Blick. Ein Satz, der hängen bleibt. Oder auch das Schweigen danach. Und ich gehe fest davon aus: Anderen Menschen geht es genauso. Hoffentlich! Nur...