Jahresrückblick und Jahresrückblog 2025
Das Jahr 2025 ist nun fast Geschichte, es hat keine Zeit mehr, sich noch groß zu erklären, zu rechtfertigen oder mich zu überraschen. Warum soll es dem alten Jahr anders gehen als uns allen?
Also übernehme ich das mal und ziehe meine ganz persönliche Bilanz der bewegenden, berührenden und bisweilen kuriosen Momente.
- Mediation
trifft Benzingespräch: Die Kombination aus Konfliktklärung und
Oldtimerleidenschaft war auch 2025 wieder mein Markenzeichen, ob bei der
„Konfliktbaustellen-Tour“ mit unserem Konfliktbaustellenfahrzeug, dem Ford
Crown Victoria aus dem Jahr 1985, oder beim Fachsimpeln über alte und neue
Autos als Sprungbrett in intensivere Gespräche.
- Buchprojekte
mit Herz: Die Planung des Buchs „Gib Konflikten (k)eine Chance!“
für das nächste Jahr, und das
Blog-zu-Buch-Projekt „Konfliktbaustelle – 100 Geschichten über das Reden
und Schweigen“ haben 2025 geprägt. Schreiben heißt: Sortieren, vertiefen, kommunizieren,
zuhören, auch sich selbst.
- Workshops
& Seminare: Vom „Tag der Mediation“ bis hin zu-Schulungen, der
Dialog mit Menschen in Ausbildung und Weiterbildung blieb mir wichtig. Wissen
weitergeben heißt nicht nur erklären, sondern vor allem: Verbindung
schaffen.
- Gerichtstermine
& Gerechtigkeit: Auch als Anwalt war 2025 ein bewegtes Jahr –
zwischen Strafrecht, Familienrecht und den großen Lebensfragen im
Gerichtssaal. Wichtigste Lehre: Man darf sich privat nicht in den
Problemen und im Leben der anderen Menschen verlieren, wir haben
schließlich immer nur eine Momentaufnahme vor uns, professionelle Distanz
ist Trumpf!
- Auch
in schwierigen Verhandlungen, zwischen Gerichtsterminen, Anrufen und
Aktenbergen habe ich mir immer wieder gesagt: Der Ton macht die Musik, und
Haltung schlägt Hektik. Ich habe also getreu meinem Motto auf der
Anwaltshomepage: „Ihr Ruhepol in der Dynamik der Geschehnisse“ gelebt.
- Mein
Blog wird mittlerweile nicht nur gelesen, sondern zitiert und
weitergedacht. Ein besonderes Highlight: Freunde und Bekannte engagieren
sich inzwischen aktiv als Mitverfasser. Aus der Konfliktbaustelle ist ein
Gemeinschaftsprojekt geworden – mit vielen Stimmen, Blickwinkeln und einer
gemeinsamen Botschaft: Kommunikation ist keine Einbahnstraße. Guggst Du:
- Warum dieser Blog?
- Ich
bin strukturierter, wenn ich es nicht krampfhaft sein will. Struktur
entsteht nicht aus Zwang, sondern aus Klarheit. Wenn ich mir selbst
vertraue, entsteht die Ordnung oft von ganz allein.
- Mein
Bauchgefühl hat oft recht, vor allem, wenn es leise zu mir spricht.
- Selbstfürsorge
beginnt nicht mit Achtsamkeitsapps, sondern mit der Entscheidung, sich
selbst ernst zu nehmen. Dazu gehört auch: Nicht immer erreichbar sein,
Pausen zulassen. Nein sagen ohne Schuldgefühl. Ja, ich habe 2025 mehr
Mandate abgelehnt als in den Jahren zuvor.
- Ich
kann zu meinen Schwächen stehen und versuche immer öfter, aus ihnen Stärke
zu machen. Manches gelingt nicht auf Anhieb, und das ist okay. Denn oft
liegt genau in den eigenen Stolperstellen das größte
Entwicklungspotenzial.
• Zum ersten Mal den Satz gesagt: „Heute bleibt die
Kanzlei zu. Ich schreibe.“
Und es auch tatsächlich durchgezogen, ohne schlechtes Gewissen. Ein kleiner
Schritt für den Terminkalender, ein großer für die persönliche Schreibfreiheit.
Gut, es war Sonntag.
• Zum ersten Mal auf einer Justizfeier eine Rede gehalten,
und dann gleich als Ehrengast.
Anlässlich der feierlichen Begrüßung des neuen Amtsgerichtsdirektors am
Heimatgericht war ich eingeladen, die Anwaltschaft zu vertreten, und zur
Überraschung aller, inklusive meiner selbst, eine Rede zu halten, die nicht nur
Applaus, sondern auch die Frage auslöste:
„Kann man Sie eigentlich buchen?“
Eine besondere Genugtuung: Die Justiz hatte zuvor 30 Jahre lang ohne mich
gefeiert – 2025 war ich dann doch mal eingeladen. Und habe das Mikro gerne
angenommen.
- Weniger
ist oft mehr – im Gespräch, im Kalender, in der Dekoration.
- Wer
zuhört, statt zu reagieren, versteht oft mehr, bei Gericht, in der
Mediation und auch privat im Gespräch mit dem Lieblingsmenschen.
- Stille
ist kein Mangel an Inhalt, sondern ein Raum für Tiefe. Manchmal ist ein
aufmerksames Schweigen das stärkste Kommunikationsmittel von allen.
- Für
Menschen, die mir Rückmeldung geben, ehrlich, wohlwollend, inspirierend.
- Für
Klienten, die sich öffnen und mir damit ihre Welt zeigen.
- Für
den ständigen Dialog mit meiner inneren Schreibstimme – die manchmal
zögert, aber nie schweigt.
- Nicht
überall dabei zu sein.
- Mich
nicht zu verzetteln zwischen Anwaltskanzlei, Mediation, Blog, Buch, Verein
und Visionen.
Was ist 2025 richtig gut gelaufen?
• Die Umwandlung von Konflikten in
Geschichten, die berühren.
Was als Alltagsärgernis beginnt, endet
oft als Blogbeitrag, mit Erkenntnisgewinn, manchmal einem Lächeln, manchmal
einem kleinen Aha-Moment. Die Konfliktbaustelle wurde so auch 2025 wieder zu
einem Ort, an dem Kommunikation lebt.
• Die Integration unseres Rudels ins
Familienleben.
Drei Königspudel und eine charmante
Lhasa-Apso-Hündin – das klingt nicht nur nach einem Zirkusensemble, sondern
fühlt sich manchmal auch genauso an.
Doch zwischen gemeinsamen Spaziergängen,
Pfoten-Abdrücken auf dem Sofa und dem täglichen Ausloten von Grenzen und
Möglichkeiten ist etwas gewachsen: ein echtes Miteinander.
Hundelogistik trifft Familienchaos, und daraus
wird Geborgenheit auf vier (mal vier) Pfoten.
Was lasse ich 2025 zurück?
• Den Anspruch, ständig erreichbar zu sein.
Nicht jede Nachricht braucht eine Sofort-Antwort. Manchmal darf das Handy auch
einfach mal still sein, und ich mit.
• Die Angst, etwas zu verpassen, wenn ich nicht poste.
Social Media macht Pause, das Leben nicht. Wer echt lebt, statt ständig zu
dokumentieren, verpasst weniger, als man denkt. Das Leben spielt die
Hauptrolle, nicht Social Media.
• Den Perfektionismus, der manchmal den Flow blockiert.
Manche Blogbeiträge dürfen auch mit einem kleinen Stolperstein erscheinen.
Hauptsache, sie kommen aus dem Herzen, und nicht aus der Endlosschleife der
Korrekturen. Man kann klare Botschaften auch „kaputtkorrigieren“.
- Instagram-Follower:
127
- Youtube:
81 Abonnenten, 114 Videos
- Facebook-Follower: 672
- Blogartikel
veröffentlicht: 55
- Buchseiten
geschrieben: 320+
- Schritte
pro Tag im Schnitt: ungezählte unzählige, geheime Topinformation
- Meistgehörte
Songs: „My Way“ (Sinatra), und unzählige ungezählte andere Songs
2025 in Suchbegriffen – Was ich gegoogelt habe (und was
das über mich verrät)
Humorvolle und ehrliche Liste meiner absurdesten, häufigsten
und bislang streng geheimen Google-Suchen – mit kurzem Kommentar.
• „Königspudel oder Tibet Terrier intelligenter?“ →
no comment.
• „Delco-Bose-System Corvette C4 rechter Lautsprecher knackt“ → das
wahre Rabbit Hole.
• „Mediation Weihnachtsmarkt Glühwein höflich absagen“ → Klassiker.
• „Was tun, wenn der eigene Hund mehr Charisma hat als
man selbst?“ → Rudelführer sein ist auch eine Frage des Auftretens.
• „Kann man einen Blogpost als offizielle Therapie
verbuchen?“ → Zumindest für mich selbst. Die Krankenkasse ist skeptisch.
Ausblick auf 2026:
- Mehr
Raum für echte Begegnungen, weniger für Termindichte. Nicht jedes Kalenderblatt
braucht einen Eintrag, wahrer Luxus ist der Strich mit dem Füller durch
den Tag und der Vermerk: Heute keine Termine! Manche Treffen entstehen aus
dem Moment, und das sind oft die besten.
- Ich
kaufe mindestens ein Auto. 2025 war in dieser Hinsicht ein Totalausfall.
Das kann ich so nicht stehen lassen. Der Rest des Fuhrparks seufzt bereits
vor Vorfreude. Klassische Automobile sind eben doch Herdentiere.
- Ein
weiteres Buchprojekt? Definitiv. „Gib Konflikten (k)eine Chance“.
- Mehr
Lesungen, mehr Musik, mehr Mediation mit Herz. Formate, die verbinden.
Räume, die atmen. Worte, die nachhallen. Und Zwischentöne, die gehört
werden wollen.
- Mehr
Treffen mit „Kommunikationshelden“. Menschen, die zuhören können, auch
zwischen den Zeilen. Menschen, die Haltung zeigen, wenn andere die Nerven
verlieren. Menschen, mit denen Reden Freude macht, und Schweigen kein
Makel ist. Diese Menschen will ich zusammenbringen, diese Menschen können
was bewegen.
- Mehr
Zeit mit meinem Lieblingsmenschen verbringen.
- Stille
nicht mehr nur ersehnen, sondern planen.
- Mutiger
schreiben, auch, wenn’s unbequem wird.
Drei große Ziele / Projekte für 2026:
- Öffentlichkeitsarbeit
für das Buch „Konfliktbaustelle“
- Planung
einer Lese- und Vortragstour „Konfliktbaustelle mobil“
- Einrichtung
eines Podcast-Formats zum Thema Kommunikation, Konfliktbewältigung,
Mediation
Mein Motto für 2026:
„Mit Klarheit und Kante. Aber mit Herz.“
Warum dieses Motto?
Weil ich gelernt habe: Authentizität braucht Mut, in der Kommunikation, in
Beziehungen und vor allem in sich selbst.
So kannst du 2026 mit mir zusammenarbeiten:
- Gastbeiträge
auf der Konfliktbaustelle (Themen: Kommunikation, Mediation,
Sprache im Alltag)
- Buchung
für Vorträge, Schulungen und Seminare, Workshops, Vorträge, praxisnah,
- Podcasts
& Interviews rund um Kommunikation, Konfliktlösung und juristische
Lebenshilfe
- Hast Du aus Versehen jemanden umgebracht: Schweigen und anrufen!
- Möchtest Du Dich scheiden lassen? Schweigen und anrufen!
Kommentare
Kommentar veröffentlichen