Unsinn, der verbindet – Warum Lachen die beste Konfliktprävention ist

 Neulich im Non-Food-Bereich meines Lieblings-Discounters:

Zwischen vielen sehr nützlichen Dingen stach mir ein kleines Metallmagnetschild ins Auge.
Darauf stand in freundlich verschnörkelter Schrift:

„Es muss nicht immer alles Sinn machen. Oft reicht es schon, wenn es Spaß macht!“

Gekauft.
Und zwar sofort, ohne Preisvergleich.
Dieses Schild hängt jetzt an unserem Briefkasten – und ich muss sagen: Der Blick darauf hebt bei jedem Verlassen des Hauses die Laune um mindestens 12 %. Manchmal auch um 40%, bei schlechtem Wetter.

Denn ja: Nicht alles muss immer Sinn machen.
Schon gar nicht im Alltag.
Schon gar nicht in der Kommunikation.
Schon gar nicht im Leben.
Schon gar nicht bei Discounter-Magneten.

In dieser heiteren Laune stieß ich kurz darauf auf eine Website, die mich elektrisierte:

www.nonseum.at 


Das selbsternannte „Museum für Unsinn“ im österreichischen Herrnbaumgarten.
Ein echtes Museum. Für echten Unsinn.
Ich war begeistert , und ein bisschen eifersüchtig, dass ich nicht selbst auf die Idee gekommen bin.

Die Betreiber dort haben es sich zur Aufgabe gemacht, Erfindungen auszustellen, die die Welt nicht braucht – aber vielleicht ein bisschen besser machen.

Wie zum Beispiel:

  • das Navi für Fußgänger, das einem sagt, wohin man nicht gehen soll.

  • der Aschenbecher für Nichtraucher.

  • oder das Butterbrot mit integrierter Marmeladenrückseite, für gleichmäßige Fleckenverteilung beim Runterfallen.
    Das letzte Beispiel habe ich mir ausgedacht – aber es könnte dort stehen.

Was das mit Kommunikation zu tun hat?

Alles.

Denn oft scheitert der Dialog nicht an Fakten, sondern an der Frage, ob etwas „Sinn macht“.
Und wie oft bremst uns diese Frage?

  • „Warum streitest du denn deswegen?“

  • „Warum erzählst du mir das?“

  • „Was bringt uns das jetzt?“

Als müsste jede Emotion, jede Idee, jede Erinnerung durch einen Sinnfilter, bevor sie als „legitim“ gelten darf.

Aber manchmal braucht es gerade das Unvernünftige, das scheinbar Überflüssige, das leicht Schräge – damit echte Verbindung entsteht.

Was das Nonseum eigentlich sagt, ohne es so zu formulieren:

Unsinn ist erlaubt.
Nicht alles muss verwertbar sein.
Nicht jedes Gespräch braucht ein Ziel.

Und:
Wenn wir dem Spielerischen Raum geben, öffnen wir Türen zu echter Menschlichkeit.

Vielleicht sollten wir alle ein kleines Nonseum im Kopf einrichten.
Einen Raum, in dem die Dinge keinen Zweck erfüllen müssen.
Wo auch mal ein blöder Witz sein darf, ein Gedanke ohne Struktur, ein Gespräch ohne Agenda.

Denn Leichtigkeit ist kein Mangel an Ernst – sie ist eine Einladung zur Verbindung.
Ein Lächeln kann Spannungsfelder auflösen, wo Worte allein nicht ausreichen.
Ein schräger Gedanke kann eine neue Perspektive eröffnen, wo vorher nur Fronten waren.

Wer lacht, wertet nicht. Wer staunt, öffnet sich.
Und wer über den Tellerrand hinausschaut – vielleicht sogar auf ein Marmeladenbrot mit integrierter Rückseite – der sieht oft mehr als nur Unsinn:
Er erkennt Menschlichkeit.

Nicht alles muss Sinn machen.
Aber manches ergibt plötzlich Sinn, wenn wir bereit sind, anders hinzusehen.

Manchmal reicht schon ein bisschen Spaß.
Oder ein Museum in Herrnbaumgarten.

Vielleicht sehen wir uns ja mal dort ...

MD



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