Deine Gedanken wollen nur spielen – Warum wir ständig zum Denken aufgefordert werden, aber kaum zum Nicht-Denken ---

Unsere Sprache ist verräterisch.

Sie verrät mehr über uns, als uns manchmal lieb ist.

Ist Euch schon einmal aufgefallen, wie selbstverständlich wir einander täglich auffordern:

„Mach Dir mal Gedanken, was es heute zum Abendessen gibt.“
„Denk doch mal darüber nach, welches Studium das richtige für Dich ist.“
„Überleg Dir gut, was Du Dir zum Geburtstag wünschst.“
„Denk mal drüber nach, wie das enden könnte.“

Ständig werden wir eingeladen – oder gedrängt –, zu denken.
Nachzudenken.
Vorauszudenken.
Mitdenken.
Umdenken.

Denken gilt als Tugend.
Als Zeichen von Verantwortung.
Als Ausdruck von Reife.

Aber wann habt Ihr zuletzt jemanden sagen hören:
„Denk doch mal weniger.“
„Lass das mal gut sein.“
„Nicht jeder Gedanke braucht Dich.“

Das klingt nicht attraktiv.
Nicht produktiv.
Nicht leistungsfähig.

Wenn wir überhaupt zum Weniger-Denken aufgefordert werden, dann meist in problematischen Zusammenhängen:
„Grübel nicht so viel.“
„Du bist zu verkopft.“
„Mach Dir nicht immer so viele Gedanken.“

Weniger Denken scheint nur dann erlaubt, wenn Denken krank macht.

Und dann gibt es diesen Klassiker:

„Denken Sie jetzt bitte in den nächsten zwei Minuten auf keinen Fall an einen rosaroten Elefanten im Porzellanladen.“

Was passiert?
Genau.

Wir denken sofort daran. Zwangsläufig. Es gibt wohl niemanden, der es verhindern kann.

Der Gedanke, etwas nicht zu denken, erzeugt es erst recht.
Unser Gehirn kennt kein Verbot – nur Aufmerksamkeit.

Und genau an dieser Stelle begann meine eigene Neugier.
Was ist das eigentlich mit unseren Gedanken?
Sind wir ihnen ausgeliefert?
Oder können wir sie führen?

Sind sie unsere Herrscher?
Oder sind sie Werkzeuge?

Aus dieser Frage heraus entstand das Büchlein


„Deine Gedanken wollen nur spielen“

Ein Buch über das Grübeln, Freiheit und die Kunst, bewusst zu denken.

https://shop.tredition.com/booktitle/Deine_Gedanken_wollen_nur_spielen/W-961-157-988

Also: Sorge Dich nicht, sei glücklich

Es geht nicht darum, weniger zu denken.

Und auch nicht darum, zwanghaft positiv zu denken.

Es geht darum, den Unterschied zu erkennen zwischen
– hilfreichem Nachdenken
– festbeißendem Grübeln
– wichtigmachenden Alarmgedanken
– und solchen, die einfach nur zur falschen Zeit auftauchen.

Und es geht um eine leise, aber entscheidende Frage:

Wenn Gedanken kommen –
wer entscheidet eigentlich, welche bleiben dürfen?

Vielleicht beginnt Freiheit nicht damit, weniger zu denken.
Sondern damit, bewusster zu denken.

Denn vielleicht wollen unsere Gedanken tatsächlich nur spielen.
Und wir dürfen entscheiden, wie das Spiel aussieht.

Ich wünsche Euch in diesem Sinne einen entspannten Rosenmontag!

MD

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