Der Mai ist noch so fern , und wenn er da ist, ist bald wieder Weihnachten!
Grau. Kalt. Dunkel. „Es könnte jetzt auch Mai sein.“ Ein Satz, der im Winter zuverlässig fällt wie der erste Raureif – im Büro, an der Bäckertheke, im Treppenhaus. Und meist folgt ein Seufzer, der mehr sagt als der Satz selbst. Die Weihnachtsstimmung ist dahin. Die Aufbruchseuphorie von Silvester ebenfalls. Die guten Vorsätze… nun ja, sie liegen irgendwo zwischen leiser Selbstironie und vorsichtiger Resignation. Und dann dieser Wunsch: Zeit vorspulen. Bitte. Ein paar Monate überspringen. Weniger Dunkelheit, mehr Licht. Weniger Pflicht, mehr Leichtigkeit. Mai eben. Aber was kommunizieren Menschen eigentlich, wenn sie so sprechen? „Es könnte jetzt Mai sein“ – eine kleine Übersetzungshilfe: Wer so spricht, redet selten über das Wetter. Es geht um etwas anderes. Überdruss. Nicht am Leben, aber an der aktuellen Version davon. Erschöpfung. Die Batterien sind leer, die Sonne reicht noch nicht zum Aufladen. Ungeduld. Ein leiser Protest gegen Zustände, die sich nicht beschleunigen lassen. Ve...