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Jahresrückblick und Jahresrückblog 2025

Das Jahr 2025 ist nun fast Geschichte, es hat keine Zeit mehr, sich noch groß zu erklären, zu rechtfertigen oder mich zu überraschen. Warum soll es dem alten Jahr anders gehen als uns allen?  Also übernehme ich das mal und ziehe meine ganz persönliche Bilanz der bewegenden, berührenden und bisweilen kuriosen Momente.   Für mich waren meine wichtigsten Themen und Momente 2025 diese: Mediation trifft Benzingespräch : Die Kombination aus Konfliktklärung und Oldtimerleidenschaft war auch 2025 wieder mein Markenzeichen, ob bei der „Konfliktbaustellen-Tour“ mit unserem Konfliktbaustellenfahrzeug, dem Ford Crown Victoria aus dem Jahr 1985, oder beim Fachsimpeln über alte und neue Autos als Sprungbrett in intensivere Gespräche. Buchprojekte mit Herz : Die Planung des Buchs „Gib Konflikten (k)eine Chance!“   für das nächste Jahr, und das Blog-zu-Buch-Projekt „Konfliktbaustelle – 100 Geschichten über das Reden und Schweigen“ hab...

Gute Vorsätze und gereizte Nerven – Wie wir uns nicht ins neue Jahr streiten

  Dezember 2025. Wir sind auf Besuch. Das Haus voll. Der Kühlschrank leer. Die Plätzchendose verdächtig schnell wieder aufgefüllt. Die Schwiegermutter kommentiert mit ihrer legendären Sanftstimme die Kindererziehung („Das war bei uns früher ganz anders…“), während Onkel Rudi mal wieder die politische Großwetterlage erklärt – laut, bildreich und mit ordentlich Glühwein im Bauch. Und der neue Freund der Nichte, Hubert, führt stolz sein Elektroauto vor und erklärt mit irgendwo aufgeschnapptem Halbwissen, dass unser Cadillac V8 mit 6,2 Liter Hubraum das personifizierte Böse darstellt. Und allen scheint egal zu sein, dass Chris Rea gerade vor ein paar Tagen gestorben ist. "Drivin´home for christmas", hätten wir das dieses Jahr vielleicht einfach mal sein lassen. Ja, Weihnachten ist das Fest der Liebe. Und das merkt man daran, wie schnell der Ton schärfer wird, wenn man drei Tage lang auf engem Raum miteinander lebt, isst, diskutiert, schweigt, schmollt und sich fragt: Warum ...

Osterhasi?

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  Im Kerzenschein der Weihnachtsnacht hat sich der Osterhas´ herangemacht, Er flüstert leis: "Verzeiht den Tausch, doch Frieden passt zur Weihnacht,  und zu Ostern auch! Frohe Weihnachten wünscht das Team der Konfliktbaustelle.

Ohne Titel, ohne Etikett – bin ich trotzdem ich?

 Neulich las ich diesen Satz: „Stell dir vor, du dürftest dich jemandem nicht über deinen Beruf, deine Herkunft, deine Religion oder deine Hobbys vorstellen. Wer wärst du dann?“ Klingt tiefgründig. Fast spirituell. Aber auch ein bisschen arrogant? Und an der Kernfrage: Wer bist Du wirklich? vorbei. Denn ganz ehrlich: Warum sollte ich all das ausblenden, was mein Leben ausmacht? Meine Arbeit zum Beispiel. Die erfüllt mich. Ich habe dafür gelernt, mich weiterentwickelt, Krisen gemeistert. Sie prägt mein Denken, meinen Tagesrhythmus, mein Selbstbild. Oder meine Familie. Ohne sie, ohne die Beziehung zu meinen Kindern, Eltern, Partnern, wäre ich ein anderer Mensch. Und ein ärmerer Mensch. Viele Menschen finden gerade in diesen Lebensbereichen – Beruf, Familie, Glaube, Hobby, Engagement, Sinn, Verbindung und Identität. Diese Bereiche sind keine Masken. Sondern Ausdruck von Zugehörigkeit. Also nochmal: Wer bin ich – wenn ich das alles weglasse? Ich persönlich wahrscheinlich ein...

Sendepause – oder: Was sagt es, wenn ich mal nichts sage?

  „Na, alles okay bei dir? Schon lange nix mehr gelesen von dir...“ Diese Nachricht landete gestern in meinem Posteingang. Nett gemeint, besorgt formuliert, mit einem Unterton zwischen: „Ich vermisse deine Beiträge!“ „Hoffentlich ist nichts passiert.“ und: „Du postest sonst doch immer – warum jetzt nicht?“ Ja, warum eigentlich nicht? Der letzte Blogpost ist vom 2. Dezember. Keine Zeile seither. Kein Glühweinfazit, kein Jahresrückblick, nicht mal ein stilles „Hallo 2026“. Ist der Autor verschollen? Erkältet? Innerlich ausgewandert? Nein, keine Sorge. Ich lebe noch. Nur habe ich… nichts geschrieben. Und schon bin ich mitten im Thema. Wenn jemand, der sonst regelmäßig schreibt, plötzlich eine Pause einlegt, beginnt das große Rätselraten. Wir Menschen sind Deutungsmaschinen. Wir interpretieren, was nicht gesagt wird, oft lauter als das, was klar ausgesprochen ist. Ein paar typische Lesarten der digitalen Funkstille: „Oh, der ist bestimmt krank oder hat Burnout.“...

Aller guten Dinge sind drei …

Neulich bei der Recherche für ein Referat über Aberglauben und seine Bedeutung im heutigen Alltag habe ich mich tiefer als geplant in die verzweigten Wege dieses Themas hineingelesen. Vom Mittelalter bis in die Gegenwart – Aberglaube ist erstaunlich lebendig geblieben. Und dabei fiel mir etwas auf, das wie ein roter Faden durch viele Geschichten, Rituale und Denkweisen führt: Die Zahl Drei. Sie taucht überall auf – ganz gleich ob im Religiösen, im Volksglauben oder in der Alltagskommunikation. Ein paar Beispiele gefällig? Die Dreifaltigkeit im christlichen Glauben: Vater, Sohn und Heiliger Geist. Glaube, Liebe, Hoffnung – ein klassisches Trio der Tugenden. Die drei Affen : Nichts sehen, nichts hören, nichts sagen. Sprichwortklassiker : „Aller guten Dinge sind drei.“ Oder auch das Gleichgewicht der Natur: Erde, Sonne, Mond . Sogar in unseren Kindheitsgeschichten taucht sie immer wieder auf: Drei Prüfungen müssen bestanden werden. Drei Wünsche werden erfüllt. Drei...

Leise rieselt der Stress – Vom Wunsch nach Stille in einer lauten Zeit

Neulich schrieb mir ein geschätzter Mediationskollege: „Wie wär’s mit einem kleinen Adventstreffen? Glühweinstand, lockerer Austausch, vielleicht Samstag 17 Uhr auf dem Weihnachtsmarkt?“ Ich las die Nachricht, lächelte, und spürte gleichzeitig ein Ziehen im Bauch. Nicht, weil ich ihn nicht mag. Nicht, weil ich etwas gegen Begegnungen habe. Sondern weil ich an diesem Adventswochenende vor allem eines suche: Ruhe. Und weil der Gedanke an den Weihnachtsmarkt eher Stress in mir auslöst als Vorfreude. Früher war der Advent für mich eine besondere Zeit. Kerzenlicht, Plätzchenduft, Vorfreude. Ein Innehalten vor dem großen Fest. Eine leise Hinwendung nach innen. Heute? Weihnachtsmärkte sind rappelvoll, Glühwein kostet 6 Euro plus Pfand, die Musik kommt vom Band, ist nicht mein Geschmack, und zwischen Punsch und Plastiksternen schieben sich die Menschen mit Blick aufs Handy durch die Deko-Kulisse. Romantik? Irgendwo zwischen den Essensständen verloren gegangen. Dabei war der Advent ursprüngl...