Ohne Titel, ohne Etikett – bin ich trotzdem ich?
Neulich las ich diesen Satz: „Stell dir vor, du dürftest dich jemandem nicht über deinen Beruf, deine Herkunft, deine Religion oder deine Hobbys vorstellen. Wer wärst du dann?“ Klingt tiefgründig. Fast spirituell. Aber auch ein bisschen arrogant? Und an der Kernfrage: Wer bist Du wirklich? vorbei. Denn ganz ehrlich: Warum sollte ich all das ausblenden, was mein Leben ausmacht? Meine Arbeit zum Beispiel. Die erfüllt mich. Ich habe dafür gelernt, mich weiterentwickelt, Krisen gemeistert. Sie prägt mein Denken, meinen Tagesrhythmus, mein Selbstbild. Oder meine Familie. Ohne sie, ohne die Beziehung zu meinen Kindern, Eltern, Partnern, wäre ich ein anderer Mensch. Und ein ärmerer Mensch. Viele Menschen finden gerade in diesen Lebensbereichen – Beruf, Familie, Glaube, Hobby, Engagement, Sinn, Verbindung und Identität. Diese Bereiche sind keine Masken. Sondern Ausdruck von Zugehörigkeit. Also nochmal: Wer bin ich – wenn ich das alles weglasse? Ich persönlich wahrscheinlich ein...